Experiment Tag 1&2: Was kostet mich schon ein Lächeln?

Seit 2 Tagen führe ich nun mein kleines Alltags-Experiment durch (hier geht’s zur Erklärung) und muss zugeben, dass ich selbst etwas überrascht bin. Bevor ich darauf eingehe, möchte ich kurz die beiden Tage stichpunktartig reflektieren:

Tag 1 (Dienstag):

  • positive Aspekte:
  1. 2x angelächelt von fremden Menschen
  2. Kompliment für meinen Namen
  3. Nachmittag/Abend mit Freunden verbracht
  4. beim Griechen Vergünstigung bekommen
  5. fühle mich bei neuem Arbeitsplatz zunehmend akzeptiert
  6. lila Wolken bei abendlichen Heimweg
  • negative Aspekte:
  1. Kiefer- & Nackenverspannungen
  2. Wohnung zu unordentlich
  3. schlechtes Gewissen, weil zu wenig gelernt

 

Tag 2 (Mittwoch):

  • positive Aspekte:
  1. Kind bedankte dich auffallend freundlich bei mir für etwas
  2. massig bunte Luftballons mit Wunschzetteln erschienen am hellblauen Himmel
  3. Person atmete Helium ein und brachte durch Stimme alle zum Lachen
  4. neues interessantes Gemeinschaftsspiel kennengelernt
  5. Küchenhilfe schenkte mir einen Teller Milchreis
  6. ich machte jemanden eine kleine Freude durch ein Buch
  7. besuchte Person wollte, dass ich noch länger bleibe (meine Anwesenheit tat ihr in diesem Moment gut)
  • negative Aspekte:
  1. Menschen, die unachtsam auf Fahrradweg laufen
  2. sehr langsamer Mann an Kasse

 

Fazit:

Schon auf dem ersten Blick lässt sich erkennen, dass die Tagessituationen, die mir positiv auffielen deutlich überwiegen. Teilweise musste ich mich bemühen etwas zu finden, was ich als unangenehm empfand.

Die angenehmen Situationen stellen weitestgehend Kleinigkeiten und Gesten dar, welche mir positiv aufgefallen sind. Ich bin mir sicher, dass ich diese aufgrund dieses kleinen Experimentes bewusster wahrgenommen habe und somit auch besser schätzen konnte. Beispielsweise das Lächeln der beiden fremden Personen fielen mir wohl nur auf, weil ich zu dieser Zeit empfänglich für Angenehmes war. Auch den spendierten Milchreis (ich liebe übrigens Milchreis) konnte ich wahrscheinlich bloß genießen, weil ich mich kurz zuvor nett bei den Küchenhilfen vorstellte und mich freundlich mit ihnen unterhielt.

Die negativen Aspekte meiner letzten beiden Tage sind erfreulich unauffällig. Keine dieser Situationen stellen schwerwiegende Unannehmlichkeiten dar. Besonders auffällig ist für mich, dass ich an diesen Situationen zum Teil selbst „Schuld“ war. Ich hätte sie vermeiden oder zumindest dafür Sorge tragen können, dass ich (fast) keines dieser Dinge als negativ wahrnehme.

Die unordentliche Wohnung oder die fehlenden Lerneinheiten sind ohne Frage mein verschulden. Aber auch die zwei Punkte an Tag 2 hätte ich hinsichtlich der negativen Auffassung meiden können. Ich war an diesem Morgen spät dran, so dass ich leicht gestresst war. Der sehr langsame Mann vor mir an der Kasse stellte für mich somit nur eine kleine Stresssituation dar, weil ICH zu spät aus dem Haus gegangen bin. Aufgrund dieses Experimentes und meiner erhöhten Aufmerksamkeit für solche Dinge, bemerkte ich bereits an der Kasse, dass es mein Selbstverschulden ist und dieser ältere Herr ganz sicher nichts dafür kann. Ich entspannte mich innerlich sofort wieder. Ebenso die Personen, die mir auf meinen gehetzten Weg zu Arbeit vor das Fahrrad liefen… Wäre ich gemütlich zur Arbeit gefahren, wären mir diese Momente wahrscheinlich weder passiert, noch aufgefallen.

 

Mir ist bewusst, dass es sich hier nur um Kleinigkeiten handelt, aber tatsächlich lässt man sich in seinem Alltag wohl öfter von Kleinigkeiten stressen, als einem eigentlich bewusst ist. Gleichzeitig können auch eigene Gesten für angenehme Gesten des Gegenübers sorgen (wie eine Art Spiegel).

Ich werde die nächsten Tage weiter beobachten und berichten und vielleicht sogar die ein oder andere Situation bewusst versuchen zu lenken, indem ICH anderen/fremden Personen den Alltag mit positiven Gesten leichter mache. Was kostet mich schon ein Lächeln?

 

Immer optimistisch bleiben!

Eure Missoptimiss

 

 

7 Gedanken zu “Experiment Tag 1&2: Was kostet mich schon ein Lächeln?

  1. Ich finde deine Artikel und dein Experiment toll. Ich denke da kann jeder an sich arbeiten. Besonders die Fehler nicht immer nur bei den anderen, sondern auch mal bei sich selbst zu suchen. Weiter so 🙂

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  2. Ich finde deine Artikel und dein Experiment wirklich toll und bin der Meinung, da sollte sich jeder mal eine Scheibe von dir abschneiden. Besonders die Fehler nicht immer nur bei den anderen, sondern auch mal bei sich selbst zu suchen. Weiter so! 🙂

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    • Vielen Dank! Leider neigt der Mensch sehr schnell dazu, Fehler bei anderen sofort zu kritisieren und sich selbst kaum reflektieren zu können. Ich gebe zu, mir selbst Fehler schwer eingestehen zu können. Darum ist es eine gute Übung für mich 🙂 und tatsächlich macht sie sogar Spaß 🙂

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